Pressestimmen zur Kohleverflüssigung

posted by: Pressestelle

 

Kohleverflüssigung vor der Renaissance ?

Der starke Anstieg der Ölpreise seit ein paar Jahren – von circa 30 auf derzeit über 80 Dollar je Barrel – hat dazu geführt, dass intensiv an neuen alternativen Energien geforscht wird. Allerdings sind die meisten dieser Verfahren darauf ausgerichtet, Elektrizität zu erzeugen.

Ein wichtiger Bereich der modernen Industriegesellschaft kann jedoch nicht oder nur mit enormem Aufwand elektrisch betrieben werden: Transport.
Zwar fahren schon Züge elektrisch, Für Autos, Flugzeuge und Schiffe kommt elektrischer Antrieb jedoch bis auf weiteres nicht in Frage, denn die Speicherkapazität von Batterien ist vor allem im Verhältnis zu ihrem Gewicht noch zu gering. Wasserstoff könnte zwar eine Lösung sein, hat aber auch so seine Probleme.

Doch wenn der Ölpreis langfristig über 60 Dollar pro Barrel bleibt (Ölpreisprognose), wird eine andere, fast schon totgeglaubte Technik wieder wirtschaftlich: Die Kohleverflüssigung, auf neudeutsch Coal-to-Liquid (CtL).

Inzwischen werden aber auch andere Länder auf das Thema aufmerksam, allen voran China. Das Land braucht, um seinen Wirtschaftsaufschwung beizubehalten, immense Mengen Treibstoffe und Energie und hat reichhaltige Kohlelager. Da bieten sich Experimente mit dieser Technologie an. Dieses Jahr hat gerade der chinesische Energiekonzern Shenhua eine Pilotanlage mit einer Kapazität von etwa zehn Millionen Tonnen Kohle pro Jahr in Betrieb genommen. Auch die USA basteln – eher halbherzig – an derartigen Lösungen.

Der zentrale Vorteil der Coal-to-Liquid-Technik sind die enormen weltweiten Kohlereserven. Während Öl schon heute mit immer größerem Aufwand aus versiegenden Lagerstätten gepumpt werden muss, dürfte Kohle weltweit noch für mindestens die nächsten 200 Jahre reichlich verfügbar. Außerdem kann man bei diesem Verfahren Schadstoffe wie Quecksilber oder Schwefelverbindungen während der Produktion abfangen, die bei der direkten Verfeuerung der Kohle noch in die Luft geblasen werden. Im Vergleich mit Wasserstoff und anderen alternativen Energieträgern sind Coal-to-Liquid-Kraftstoffe vor allem dadurch attraktiv, dass sie mit den gegenwärtigen Verteilungs- und Antriebssystemen kompatibel sind.

Quelle Fischblog
Autor Godwael