Kohleabbau und Kinderarbeit

posted by: Pressestelle

Skandal um Chinas Sklavenarbeiter
Ein Menschenleben für umgerechnet 45 Euro

Ein Skandal um die Sklavenarbeiter in den Ziegeleien und Kohlegruben erschüttert China. Bei einer nun seit Tagen andauernden Großrazzia in den zentralchinesischen Provinzen Shanxi und Henan, sind mittlerweile 600 Menschen befreit worden. Darunter auch Kinder und Behinderte. Doch das scheint nur die Spitze eines Eisberges zu sein. Die Polizei rechnet nach ersten Schätzungen, dass weitaus mehr als 1000 Menschen versklavt wurden und unter erbärmlichen, menschenunwürdigen Zuständen umsonst arbeiten müssen.

Von Petra Aldenrath, ARD-Hörfunkstudio Peking

Kohleabbau und Kinderarbeit II

Obwohl nur etwa ein Prozent aller Kinder weltweit im Bergbau beschäftigt sind, ist die Anzahl an Verletzungen und Krankheiten extrem hoch.

In Kolumbien ist der Bergbau sehr unorganisiert: die Arbeitsbedingungen in den Bergwerken sind oft sehr schlecht, es besteht eine extrem geringe Automatisierung und damit verbunden eine sehr hohe körperlichen Belastung der Beschäftigten. Kinderarbeit vom Alter von sechs Jahren an ist in diesen Gruben weit verbreitet. Mit sechs Jahren befördern sie zum Beispiel Wasser aus den Stollen, führen die mit Kohle beladenen Maultiere und füllen Säcke mit Kohlestücken. Ältere Kinder müssen schwerere Arbeiten erledigen und beispielsweise mit Presslufthämmern das Gestein losbrechen.

Die Kinder werden in Bergwerke geschickt, wo sie in gebückter Haltung und mit primitiven Werkzeugen Kohle abbauen müssen, weil die Grubenbesitzer sich die Kosten für den Ausbau mannshoher Stollen sparen wollen. Verhältnisse, wie sie in englischen und deutschen Zechen im vergangenen Jahrhundert üblich waren, findet man heute noch in Kolumbien.

Viele Gefahren drohen in den Stollen: Erdrutsche, Überflutungen, Feuer, Explosionen, Gasunglücke. Die Kinder leiden unter Überanstrengung, Leistenbrüchen, Sauerstoffmangel und Knochendeformationen. Es gibt keine Erholungsmöglichkeiten - zwar gibt es Schulen, aber viele Kinder besuchen sie nicht, weil sie in den Minen arbeiten müssen. Gewöhnlich arbeiten sie acht Stunden am Tag und werden nach Akkord bezahlt, aber am Ende haben sie nicht einmal den Mindestlohn. Die meisten Minen beschäftigen die Kinder illegal, unter Tage wird das Problem der Kinderarbeit praktisch unsichtbar. Kinderarbeit verstößt in jeder Hinsicht gegen die kolumbianischen Gesetze, aber es mangelt auch hier an deren Durchsetzung. Diejenigen, die gegen diese Gesetze verstoßen, erwartet nur eine geringe Strafe.